Reinigungslexikon.
Über 60 Fachbegriffe aus der professionellen Gebäudereinigung — verständlich erklärt für Facility Manager, Hausverwaltungen und Unternehmen. Basierend auf RAL-Merkblatt, VOB/VOL-Richtlinien und Leistungskennziffern des Bundesinnungsverbandes.
Reinigung von Abflüssen, Gullis und Entwässerungsrinnen, um Verstopfungen und Geruchsbildung zu vermeiden. Teil der Unterhaltsreinigung in Küchen, Sanitär und Außenanlagen.
Reinigungsmittel mit einem pH-Wert über 7. Wirksam gegen organische Verschmutzungen wie Fett, Öl, Eiweiß und Ruß. Nicht geeignet für Naturstein, Aluminium oder Linoleum.
Wiederherstellung des ursprünglichen Erscheinungsbildes eines Bodens durch Grundreinigung und Neubeschichtung, nachdem die Schutzschicht abgenutzt ist.
Genaue Vermessung und Dokumentation aller zu reinigenden Flächen vor Vertragsabschluss. Grundlage für eine valide Kalkulation (m² je Raumtyp, Bodenbelag, Turnus). Fachbegriff aus den VOB/VOL-Richtlinien für Gebäudereinigung.
Formeller Prozess, bei dem Auftraggeber Reinigungsleistungen zur Angebotsabgabe ausschreiben. Für öffentliche Auftraggeber auf Basis der VOL/A verpflichtend. Die Qualität der Ausschreibung bestimmt direkt die Qualität der erbrachten Reinigung.
Letzte Reinigungsphase nach Abschluss der Bauarbeiten. Entfernt Baurückstände wie Staubschleier, Kalkspritzer, Klebebandreste und Schutzfolien. Ergebnis: bezugsfertiges Objekt.
Erste grobe Reinigung nach Abschluss der Rohbauarbeiten. Entfernt groben Bauschutt, Mörtelreste und Grobverschmutzungen vor dem Innenausbau.
Vor-Ort-Besichtigung des zu reinigenden Objektes vor Angebotserstellung. Ermöglicht die Ermittlung realistischer Leistungszahlen und vermeidet fehlerhafte Kalkulationen. Laut RAL-Merkblatt der Gütegemeinschaft Gebäudereinigung zwingend erforderlich für seriöse Angebote.
Schutzschicht aus Polymerdispersion, die auf Hartböden aufgetragen wird. Schützt den Boden vor Verschleiß, erleichtert die Reinigung und verleiht Glanz. Muss regelmäßig erneuert werden.
Regelmäßige Reinigung von Büroflächen inklusive Böden, Oberflächen, Sanitäranlagen und Gemeinschaftsbereichen. Typische Leistungszahl: 150 m²/h. Wird meist nach Büroschluss oder vor Öffnung durchgeführt.
Pflichtzeichen auf gewerblichen Reinigungsgeräten, das die Einhaltung der EU-Sicherheitsrichtlinien bestätigt. Seit der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG für alle Maschinen vorgeschrieben.
Falttechnik für Mikrofasertücher, bei der ein Tuch so gefaltet wird, dass bis zu 8 saubere Seiten entstehen. Verhindert Keimverschleppung und erhöht die Effizienz beim Wischen.
Abtötung oder Inaktivierung von Krankheitserregern auf Oberflächen mittels chemischer Desinfektionsmittel oder thermischer Verfahren (Dampf). Unterschied zur Reinigung: Desinfektion wirkt mikrobiell, Reinigung entfernt sichtbaren Schmutz.
Schriftlich fixiertes Dokument: Was, womit, wie, wann und von wem desinfiziert wird. In Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen gesetzlich vorgeschrieben.
Automatisches Gerät zur exakten Verdünnung von Reinigungskonzentraten. Verhindert Überdosierung, spart Chemie und sorgt für konstante Reinigungsqualität.
Vielseitige Reinigungsmaschine mit rotierender Scheibe und austauschbaren Pads. Einsatz für Grundreinigung, Kristallisation, Polieren und Beschichten von Hartböden.
Zeit zwischen dem Auftragen eines Reinigungsmittels und dem mechanischen Abreiben. Einer der vier Faktoren des Sinnerschen Kreises. Zu kurze Einwirkzeit macht viele Reiniger unwirksam.
Europäisches Umweltmanagementsystem der EU. Unternehmen mit EMAS-Zertifizierung verpflichten sich zu regelmäßigen Umweltprüfungen und der Reduktion ihres ökologischen Fußabdrucks.
Gestaltung von Reinigungsabläufen und Geräteeinsatz zur Minimierung körperlicher Belastung. Beeinflusst direkt die Leistungszahl: ergonomisches Equipment erhöht die m²/h-Leistung und senkt krankheitsbedingte Ausfälle.
Reinigung von Außenfassaden inklusive pflegender und schützender Nachbehandlung von Gebäudewänden, Fassadenelementen, Jalousien, Markisen und Beleuchtungsanlagen. Eigener Reinigungsbereich laut VOB/VOL-Vergaberichtlinien.
Systematische Desinfektion von Oberflächen in einem definierten Bereich. Unterschied zur punktuellen Desinfektion einzelner Gegenstände.
Intensität der Nutzung eines Raumes durch Personen. Stark frequentierte Bereiche erfordern kürzere Reinigungsintervalle und erzielen niedrigere Leistungszahlen (m²/h) als wenig genutzte Räume.
Hygienestandard: Rot = Sanitär (WC/Urinal), Blau = Allgemein (Büro/Flur), Gelb = Küche/Waschbecken, Grün = Desinfektion. Verhindert Keimverschleppung zwischen Bereichen.
Normierungsgremium, das das Standardleistungsbuch für Baureinigungsarbeiten (Leistungsbereich 033) herausgibt. Schafft einheitliche Beschreibungsstandards für öffentliche Ausschreibungen von Reinigungsleistungen.
Reinigung und Pflege von Bodenbelägen, Decken, Wänden, Heizkörpern, sanitären Anlagen und Raumausstattung. Unterteilt in Unterhaltsreinigung (kurze Intervalle) und Grundreinigung (intensive Tiefenreinigung).
Oberbegriff für alle Reinigungs- und Pflegedienstleistungen an Gebäuden, Innen- und Außenbereichen. In Deutschland durch das Gebäudereiniger-Handwerk mit eigenem Ausbildungsberuf geregelt.
Intensive Tiefenreinigung über die normale Unterhaltsreinigung hinaus. Entfernt angebaute Verschmutzungen und alte Beschichtungen. Vorbereitung für Neubeschichtung von Bodenbelägen.
Geprüfte Sicherheit — freiwilliges deutsches Prüfzeichen für Geräte und Verbrauchsprodukte. Im Gegensatz zum CE-Zeichen richtet es sich an den Endverbraucher als Qualitätsmerkmal.
Selbstständiger Gewerbetreibender ohne Meisterpflicht (freies Gewerbe) für Stiegenhaus-Reinigung, Verkehrsflächenreinigung, Schneeräumung und Gartenbetreuung. Begrenzte Tätigkeiten laut Gewerbeordnung.
Gerät mit 100–200 bar Wasserdruck für mechanische Verschmutzungslösung. Ideal für Fassaden, Tiefgaragen und Außenanlagen, meist ohne oder mit minimalem Chemieeinsatz.
Dokumentiertes Konzept für Reinigung, Desinfektion und Händehygiene in einem Betrieb. Pflichtdokument für Arztpraxen, Pflegeheime, Lebensmittelbetriebe und Schulen gemäß IfSG.
Deutsches Bundesgesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Grundlage für Hygienepflichten in Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Lebensmittelbetrieben.
Reinigung von Anlagen in Produktions- und Lagerbereichen. Kann Spezialleistungen wie Reinraumtechnik, Maschinenwartung und Hochdruckreinigung umfassen. Erfordert spezielle Ausrüstung und Sicherheitsschulungen.
Internationale Norm für Qualitätsmanagementsysteme. Reinigungsunternehmen mit ISO 9001-Zertifizierung haben dokumentierte Prozesse, regelmäßige Audits und nachgewiesene Servicequalität.
Berechnung des Angebotspreises: Stundenverrechnungssatz × Fläche ÷ Leistungszahl (m²/h). Seriöse Kalkulation erfordert eine vorherige Objektbegehung. Die zwei Hauptkostenfaktoren: 1. Stundenverrechnungssatz, 2. Leistungszahl.
Schwäbisches Reinigungssystem, bei dem Bewohner eines Mehrfamilienhauses wöchentlich für Treppenhaus und Außenanlagen zuständig sind. In Baden-Württemberg als Mieterrecht/-pflicht kodifiziert.
Übertragung von Bakterien oder Viren von einem Bereich auf einen anderen durch kontaminierte Reinigungsutensilien. Vermeidung durch konsequentes 4-Farben-System.
Reinigung, Desinfektion und Pflege aller Krankenhausbereiche: Krankenzimmer, OP-Saal, Schwesternzimmer, Flure. Höchste Hygieneanforderungen. Typische Leistungszahlen: Sanitär/OP 40 m²/h (vs. 150 m²/h im Büro). Eigener Reinigungsbereich laut VOB/VOL.
Chemisch-mechanisches Verfahren zur Verdichtung und Politur von Natursteinböden (Marmor, Travertin). Erzeugt dauerhaften Hochglanz als Alternative zur Polymerbeschichtung bei sensiblen Natursteinen.
Detailliertes Dokument aller geforderten Reinigungsleistungen: Bereich, Aufgabe, Häufigkeit, Qualitätsstandard. Grundlage für Angebote gemäß VOB/VOL-Richtlinien und spätere Qualitätskontrolle.
Kennzahl: Quadratmeter, die eine Reinigungskraft pro Stunde unter definierten Bedingungen reinigen kann. Richtwerte: Büro 150 m²/h, Sanitär 60 m²/h, Küche 100 m²/h, OP-Bereich 40 m²/h. Je mehr Einzelleistungen pro Raum, desto niedriger der Wert.
Synonym für Leistungswert. Von der RAL Gütegemeinschaft Gebäudereinigung definierte Richtwerte für m²-Leistung pro Stunde nach Raumtyp. Unterschiede zwischen Anbietern können mehrere hundert Prozent betragen — ein zentrales Problem bei Ausschreibungen.
Reinigungsunternehmen mit Meisterprüfung im Handwerk Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung. Berechtigt zur Ausbildung und zur Ausführung aller Reinigungstätigkeiten laut Gewerbeordnung.
Reinigungstuch aus feinen Kunstfasern. Nimmt durch elektrostatische Wirkung bis zu 7× sein Eigengewicht an Schmutz auf. Entfernt Keime auch ohne Chemie. Standard in der professionellen Reinigung.
Reinigungsleistungen über die reguläre Unterhaltsreinigung hinaus: Mülleimerentleerung, Telefonreinigung, Schreibtischpflege, Fensterbankwischen. Werden separat im Leistungsverzeichnis ausgewiesen und senken den Leistungswert (m²/h) pro Raum erheblich.
Reinigungsmittel mit pH-Wert 6–8. Schonend für alle Oberflächen, ideal für die tägliche Unterhaltsreinigung. Hinterlässt keine Rückstände und greift keine Beschichtungen an.
Vollständige schriftliche Dokumentation aller Objekteigenschaften (Flächen, Nutzungsart, Beläge) und der geforderten Reinigungsleistungen. Grundlage nach VOB/VOL-Richtlinien für transparente Ausschreibungen und Vertragsabschlüsse.
Auslagerung der Gebäudereinigung an externe Dienstleister. Vorteile: Professionalität, Wirtschaftlichkeit, kein eigenem Personalaufwand. Zunehmend verbreitetes Modell in Wirtschaft und Verwaltung.
Auswechselbare Scheibe für die Einscheibenmaschine. Farbe zeigt Aggressivität: Rot = schleifen (sehr aggressiv), weißes = polieren, blaues = Unterhaltsreinigung.
Maßzahl für den sauren oder basischen Charakter einer Lösung (0 = extrem sauer, 14 = extrem alkalisch, 7 = neutral). Bestimmt welcher Reiniger für welche Verschmutzung und Oberfläche geeignet ist.
Kunstharzbasierte Schutzschicht auf Hartböden (PVC, Linoleum). Verhindert direkten Kontakt zwischen Reinigungsmittel und Bodenbelag. Muss alle 6–12 Monate erneuert werden.
Regelmäßige Überprüfung der erbrachten Reinigungsleistung anhand definierter Standards. Methoden: visuelle Kontrolle, ATP-Messung (Keimbelastung), Protokollierung in Kontrollbögen. Basis für seriöse B2B-Verträge.
Dokumentation der erbrachten Reinigungsleistung durch Protokolle, Mitarbeiterquittierungen und Berichte. Wichtig für Zertifizierungen (ISO 9001, RAL-Gütezeichen) und als Nachweis gegenüber Auftraggebern.
Branchenvereinigung, die Qualitätsstandards für die Gebäudereinigung definiert und überwacht. Gibt das RAL-Merkblatt zu Leistungszahlen heraus. Das RAL-Gütezeichen steht für geprüfte Reinigungsqualität.
Turnus, in dem ein Bereich gereinigt wird (täglich, 2× wöchentlich, monatlich). Höhere Frequenz bedeutet weniger Schmutzansammlung und dadurch eine höhere erreichbare m²/h-Leistungszahl.
Offizieller Berufsname für ausgebildete Gebäudereiniger seit 1. Juni 2015. 3-jährige Ausbildung mit 10 Wochen Internatsunterricht pro Jahr.
Vom Robert-Koch-Institut geführte Liste geprüfter Desinfektionsmittel für medizinische Einrichtungen. Empfehlung mit nachgewiesener Wirksamkeit gegen spezifische Erreger.
Nicht-produktive Zeiten beim Reinigungseinsatz: Vorbereitung, Materialbereitstellung, Wege zwischen Bereichen. Senken den effektiven Leistungswert erheblich. Rechenbeispiel aus dem RAL-Merkblatt: 349 m²/h (ohne Rüstzeiten) vs. 225 m²/h (mit Rüstzeiten).
Reinigungsmittel mit pH-Wert unter 7. Löst mineralische Ablagerungen wie Kalk, Urinstein, Zementschleier und Rost. Nicht für Naturstein (Marmor) oder Metalloberflächen geeignet.
Kombinationsmaschine: sprüht Reinigungslösung auf, schrubbt und saugt Schmutzwasser sofort ab. Hygienischer als Wischmop, da kein Schmutzwasser auf dem Boden verbleibt. Standard ab 200 m² Reinigungsfläche.
Von Herbert Sinner (Henkel) 1959 entwickeltes Modell: Chemie × Mechanik × Temperatur × Einwirkzeit = 100%. Laut RAL-Merkblatt muss er um die Faktoren Mensch, Qualität und Umwelt ergänzt werden.
Reinigungsverfahren für Textilbeläge und Polster: Reinigungslösung einsprühen, sofort wieder absaugen. Einzige Methode für gründliche Teppichreinigung ohne Durchnässen.
Stundensatz inklusive Lohnkosten, Lohnnebenkosten, Materialkosten, Maschinenabschreibung, Verwaltung und Gewinn. Einer der zwei Hauptfaktoren bei der Preiskalkulation (neben der Leistungszahl).
Reinigung ohne Wasser: Staugen, Saugen, Trockenabwischen. Geeignet für empfindliche Oberflächen und elektrische Anlagen oder als erste Stufe vor der Nassreinigung.
Reinigung gemeinsam genutzter Treppenhäuser in Mehrfamilienhäusern und Gewerbeimmobilien. Typische Leistungszahl: 160 m²/h. In Baden-Württemberg traditionell über die Kehrwoche organisiert.
Regelmäßige, turnusmäßige Reinigung von Gebäuden. Erhält den sauberen Zustand nach einer Grundreinigung. Typische Leistungszahlen: Büro 150 m²/h, Sanitär 60 m²/h, Küche 100 m²/h, Eingangshalle 170 m²/h (Quelle: RAL-Merkblatt).
Dauervertrag für regelmäßige Reinigungsleistungen. Definiert Leistungsumfang, Turnus, Zeiten und Preise. Basis für alle professionellen B2B-Reinigungsdienstleistungen.
Vom Verbund für Angewandte Hygiene geführte Liste geprüfter Desinfektionsmittel für den nicht-medizinischen Bereich. Wichtige Referenz für Büros, Hotels und Lebensmittelbetriebe.
Rechtliche Rahmenbedingungen für die Vergabe von Reinigungsleistungen. Grundsatz laut VOL: Vergabe an fachkundige, leistungsfähige und zuverlässige Bewerber zu angemessenen Preisen. Wettbewerb soll die Regel sein.
Verdingungsordnung für Leistungen. VOL/A regelt Ausschreibung und Vergabe, VOL/B die Vertragsbedingungen. Für öffentliche Auftraggeber verpflichtende Grundlage bei der Vergabe von Gebäudereinigungsleistungen.
Bevorzugte Methode zur Flächendesinfektion: Desinfektionsmittel mit Tuch auftragen und einreiben. Effektiver als Sprühdesinfektion: mechanische Einwirkung erhöht Wirksamkeit, keine Aerosolbildung.
Räumung von Schnee und Eis sowie Streuen von Gehwegen, Zufahrten und Parkplätzen. Grundstückseigentümer sind in Deutschland zur Verkehrssicherungspflicht verpflichtet. Kann an Reinigungsunternehmen ausgelagert werden.
Mineralische Ablagerung auf Böden nach Bauarbeiten durch Zementreste und Wasser. Wird einmalig mit saurem Reiniger entfernt — danach ausschließlich Neutralreiniger verwenden.
Reinigungskonzept, das den Betrieb des Kunden nicht unterbricht. Reinigung findet außerhalb der Kernarbeitszeiten statt oder wird in laufende Betriebsprozesse integriert.
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