Ratgeber
Sonnenschutz & Objektpflege

Jalousien im Büro reinigen: Material und Zugang zuerst prüfen

Staub auf Bürojalousien lässt sich nicht mit einem einzigen Verfahren für alle Anlagen entfernen. Innenliegende Aluminiumlamellen, textile Rollos und außenliegende Raffstoren unterscheiden sich in Material, Verschmutzung und sicherem Zugang. Dieser Ratgeber hilft bei der Entscheidung, was vor einer Reinigung geklärt werden muss.

Veröffentlicht am 2. Oktober 2026
Aluminiumlamellen einer Innenjalousie am Bürofenster mit gefaltetem Tuch auf dem Tisch
Kurzantwort

Bestimmen Sie zuerst Bauart, Material und Herstelleranleitung. Leichten Staub auf geeigneten Innenjalousien kann man schonend trocken entfernen; Lamellen dürfen dabei nicht geknickt werden. Ob feuchtes Wischen zulässig ist, hängt vom konkreten Produkt ab. Textile Behänge, elektrische Bauteile und schwer erreichbare Außenanlagen brauchen eine gesonderte Prüfung statt einer pauschalen Nassreinigung.

1. Innenjalousie, Rollo oder Raffstore unterscheiden

Eine innenliegende Jalousie hat einzelne Lamellen; ein Rollo oder Vertikalbehang kann aus textilem Material bestehen. Ein Raffstore liegt außen und ist Wetter und anderem Schmutz ausgesetzt. WAREMA beschreibt für diese Bauarten unterschiedliche Pflegeschritte. Vor einer Beauftragung sollten Anzahl, Lage, Material und erreichbare Seiten jeder Anlage feststehen. Ein Fensterreinigungsauftrag schließt den Sonnenschutz nicht automatisch ein.

  • Bauart und Einbauort je Raum erfassen.
  • Material, Beschichtung und Produktunterlagen erfragen.
  • Lamellen, Bänder, Schienen und Antrieb getrennt aufnehmen.
  • Fensterreinigung und Sonnenschutz als eigene Leistungspositionen festlegen.

2. Leichten Staub schonend entfernen

Für Staub und leichte Verschmutzung an Jalousien und Rollos nennt WAREMA einen Staubwedel. Eine passende Lamellenzange kann nach Herstellerangaben auch im Innenbereich zur Staubaufnahme verwendet werden. Entscheidend ist eine geringe mechanische Belastung: dünne Lamellen nicht verbiegen und Staub nicht auf Schreibtische oder Geräte verteilen. Das konkrete Werkzeug muss zur Lamellenform und Oberfläche passen.

  • Arbeitsbereich unter der Anlage vorher freiräumen oder schützen.
  • Lose Ablagerungen aufnehmen, ohne Lamellen zu knicken.
  • Bänder und bewegliche Teile nicht unter Zug reinigen.
  • Ergebnis bei geöffneten und gewendeten Lamellen kontrollieren.

3. Feuchtigkeit und Reiniger nur mit Produktfreigabe

WAREMA unterscheidet bei textilem Sonnenschutz zwischen vorsichtigem Absaugen, feuchtem Abwischen und produktspezifischen Waschverfahren; die Wahl hängt ausdrücklich vom Stoff ab. Herstellerhinweise zu außenliegenden Metall- und Kunststoffflächen dürfen nicht ungeprüft auf Innenjalousien übertragen werden. Scharfe Mittel, Scheuerschwämme und Hochdruck sind laut WAREMA ungeeignet. Elektrobauteile dürfen nicht mit Wasser in Berührung kommen. Bei unbekannter Beschichtung oder hartnäckigen Flecken ist zunächst eine fachliche Klärung sinnvoll.

  • Aktuelle Anleitung der eingebauten Produktlinie heranziehen.
  • Bei unbekanntem Material keine Feuchtreinigung zusagen.
  • Antrieb, Steuerung und Anschlüsse vor Feuchtigkeit schützen.
  • Auffällige Flecken oder Schäden dokumentieren statt stärker zu reiben.

4. Erreichbarkeit und sichere Ausführung planen

Innenanlagen über hohen Fensterfronten und außenliegende Raffstoren können andere Zugangsmittel erfordern als eine Jalousie auf Greifhöhe. Die DGUV-Information zur Verwendung von Leitern und Tritten erläutert Auswahl und sichere Benutzung geeigneter Arbeitsmittel. Die konkrete Gefährdung und das geeignete Arbeitsmittel sind objektbezogen zu beurteilen; aus dem bloßen Vorhandensein einer Leiter folgt keine Freigabe. Wartung oder Reparatur des Sonnenschutzes gehört ebenfalls nicht stillschweigend zum Reinigungsumfang.

  • Montagehöhe und sichere Zugänglichkeit vor Ort prüfen.
  • Arbeitsplätze und Verkehrswege für die Dauer der Arbeiten abstimmen.
  • Außenanlagen, Antrieb und Wartung als gesonderte Fragen markieren.
  • Keine improvisierte Reichweitenverlängerung aus Möbeln oder Fensterbänken.

5. Turnus und Anfrage mit Befund statt Pauschale festlegen

Ein fester Reinigungsturnus für alle Bürojalousien wäre wenig hilfreich. Entscheidend sind Staubanfall, Nutzung, Lage am Fenster, Material und sichtbarer Zustand. Fiktives Beispiel, kein Kundenobjekt: In einem Stuttgarter Besprechungsraum sind niedrige Innenlamellen nur leicht verstaubt, während ein außenliegender Raffstore schlecht erreichbar ist. Die Verwaltung kann die trockene Staubaufnahme innen gesondert beschreiben und für die Außenanlage erst Zugang und Herstellerunterlagen klären.

  • Raum, Anzahl und Bauart der Anlagen: …
  • Hersteller, Material und Pflegeanleitung: …
  • Staub, Flecken, Beschädigungen und Funktionsbefund: …
  • Erreichbarkeit, elektrische Bauteile und gewünschter Leistungsumfang: …
  • Probefläche, Turnus und Prüfkriterium: …

Sonnenschutz beim Objektumfang konkret angeben

Innenjalousien im Büro reinigen: Lamellen, textile Behänge, Antrieb und Zugang unterscheiden und den Reinigungsumfang sinnvoll abstimmen.

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Häufige Fragen

Darf man Bürojalousien feucht abwischen?

Nur wenn Material und konkrete Herstelleranleitung das zulassen. Für leichten Staub empfiehlt WAREMA an Jalousien zunächst eine trockene, schonende Entfernung. Elektrische Bauteile müssen vor Wasser geschützt bleiben.

Gehört die Jalousie zur Fensterreinigung?

Nicht automatisch. Glas, Rahmen und Sonnenschutz sind unterschiedliche Bauteile. Anzahl, Bauart, Seiten und gewünschter Umfang sollten im Angebot ausdrücklich benannt werden.

Wie oft sollten Jalousien im Büro gereinigt werden?

Ein allgemeiner Pflichtturnus lässt sich daraus nicht ableiten. Staubanfall, Lage, Material, Nutzung und Herstellerpflege bestimmen, wann eine erneute Reinigung sinnvoll ist.

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