
Der pH-Wert beschreibt den sauren oder alkalischen Charakter einer wässrigen Lösung. Ein Wert um 7 gilt unter üblichen Bedingungen als neutral, kleinere Werte als sauer und größere als alkalisch beziehungsweise basisch. In der Gebäudereinigung ist der pH-Wert eine Orientierung für Wirkung und Materialverträglichkeit – aber nicht die einzige relevante Produkteigenschaft.
Was der Wert in der Praxis bedeutet
Saure Reiniger können bei mineralischen Ablagerungen wie Kalk geeignet sein. Alkalische Reiniger werden häufig gegen fettige oder andere organische Verschmutzungen eingesetzt. Nahezu neutrale Produkte werden oft für die laufende Unterhaltsreinigung verwendet. Diese Zuordnung ist eine Faustregel, keine Freigabe für jede Oberfläche.
Die Skala wird häufig vereinfacht von 0 bis 14 dargestellt. Chemisch können unter bestimmten Bedingungen auch Werte außerhalb dieses Bereichs vorkommen. Außerdem ist die Skala logarithmisch: Eine Änderung um eine pH-Stufe entspricht nicht einfach einer linearen Änderung.
Materialverträglichkeit prüfen
Säureempfindliche Materialien wie kalkhaltiger Naturstein können durch saure Mittel angegriffen werden. Stark alkalische Produkte können Beschichtungen, Linoleum, Metalle oder andere empfindliche Materialien schädigen. Entscheidend sind Produktinformation, Herstellerfreigabe, Konzentration, Einwirkzeit, Temperatur und mechanische Einwirkung.
Vor einer erstmaligen Anwendung sollte die Fläche eindeutig identifiziert und das Verfahren an einer unauffälligen Stelle geprüft werden. Das gilt besonders für beschichtete Böden, Naturstein, Aluminium, Glasbeschichtungen und unbekannte Altbeläge.
Konzentrat und Gebrauchslösung unterscheiden
Der pH-Wert des Konzentrats kann sich von dem der korrekt verdünnten Gebrauchslösung unterscheiden. Deshalb dürfen Werte aus verschiedenen Produktstufen nicht vermischt werden. Mehr Produkt führt nicht automatisch zu mehr Reinigungsleistung; Überdosierung kann Rückstände und unnötige Belastungen verursachen.
Für den sicheren Einsatz sind Etikett, Produktinformation, Sicherheitsdatenblatt und betriebliche Anweisung maßgeblich. Beschäftigte müssen entsprechend unterwiesen sein. Schutzausrüstung und weitere Maßnahmen ergeben sich aus Gefährdungsbeurteilung und Produktkennzeichnung.
Warum Mischverbote ernst zu nehmen sind
Reinigungsprodukte dürfen nicht eigenmächtig kombiniert werden. Gefährliche Reaktionen können beispielsweise bei bestimmten chlorhaltigen Produkten und Säuren auftreten. Die pauschale Aussage, jede Mischung eines sauren und alkalischen Reinigers erzeuge giftige Gase, wäre jedoch falsch. Die konkrete Gefahr hängt von den Inhaltsstoffen ab.
Vertiefend: Reinigungsmittel richtig lagern und dosieren und Gebäudereinigung Stuttgart.