
Der Leistungswert gibt an, wie viele Quadratmeter eine Reinigungskraft in einer produktiven Arbeitsstunde unter definierten Bedingungen bearbeiten kann. Die Kennzahl wird zur Kalkulation, Einsatzplanung und Plausibilitätsprüfung verwendet. Sie beantwortet aber nicht allein, ob eine Fläche gut gereinigt wurde. Dafür müssen Leistungsumfang und Qualitätskriterien separat festgelegt werden.
Berechnung
Die vereinfachte Formel lautet:
Leistungswert = bearbeitete Fläche ÷ produktive Arbeitszeit
Beispiel: Werden 1.000 m² in fünf produktiven Stunden bearbeitet, ergibt sich rechnerisch ein Leistungswert von 200 m²/h. Das Beispiel ist keine Branchenvorgabe, sondern zeigt nur die Berechnung.
Der Zeitbezug muss eindeutig sein. Produktive Reinigungszeit ist nicht automatisch identisch mit Anwesenheitszeit. Rüsten, Wege, Maschinenpflege, Entsorgung, Dokumentation oder Schlüsselübergabe können zusätzlich anfallen. Werden solche Zeiten unterschiedlich behandelt, sind zwei scheinbar gleiche Leistungswerte nicht direkt vergleichbar.
Welche Angaben für einen Vergleich nötig sind
- Raum- und Bodenarten,
- Möblierungsgrad und Zugänglichkeit,
- Art und Stärke der Verschmutzung,
- Reinigungsart und eingesetztes Verfahren,
- einzelne Tätigkeiten laut Leistungsverzeichnis,
- Reinigungsfrequenz,
- Rüst-, Wege- und Entsorgungszeiten,
- Qualitäts- und Kontrollkriterien.
Ein leerer Flur lässt sich anders bearbeiten als ein stark möbliertes Büro. Auch zwei gleich große Sanitärbereiche können wegen Ausstattung, Nutzung und Leistungsumfang erheblich voneinander abweichen. Maschinen erhöhen unter passenden Bedingungen die Flächenleistung, benötigen aber Platz, Vorbereitung und Nachbereitung.
Leistungswert und Qualität
Ein höherer Wert bedeutet zunächst nur, dass rechnerisch mehr Fläche pro Stunde eingeplant wird. Er beweist weder höhere Produktivität noch ausreichende Qualität. Wird ein Wert ohne Objektbegehung oder realistisches Leistungsverzeichnis zu hoch angesetzt, entstehen Zeitdruck und mögliche Leistungslücken.
Ein Angebot sollte deshalb nicht nur Stunden oder Quadratmeter nennen. Es sollte festhalten, welche Leistungen enthalten sind, wie oft sie ausgeführt werden, welche Gegenstände ausgenommen sind und wie Abweichungen kontrolliert werden. Die DGUV-Regel zur Gebäudereinigung erinnert zudem daran, dass Arbeitssicherheit und geeignete Verfahren nicht zugunsten einer rechnerischen Flächenleistung vernachlässigt werden dürfen.
Abgrenzung zum Stundenverrechnungssatz
Der Leistungswert ist eine Mengenkennzahl in m²/h. Der Stundenverrechnungssatz ist eine Preiskennzahl in Euro pro Stunde. Aus beiden Größen und dem konkreten Leistungsumfang lässt sich eine Kalkulation ableiten; sie sind nicht austauschbar.
Fragen Sie bei stark voneinander abweichenden Angeboten nach den zugrunde gelegten Bedingungen. Ein nachvollziehbares Angebot erklärt, wie Raumtypen, Leistungen und verfügbare Zeit zusammenpassen. Mehr dazu: Angebote vergleichen und Gebäudereinigung Stuttgart.