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Was ist Hygienereinigung? Maximaler Schutz vor Infektionen

Erfahren Sie alles über die professionelle Hygienereinigung: Keimreduktion, Desinfektionsmaßnahmen und strenge Vorgaben für sensible Bereiche.

Was ist Hygienereinigung? Maximaler Schutz vor Infektionen

Die Hygienereinigung (oftmals auch als desinfizierende Reinigung bezeichnet) ist eine hochspezialisierte Disziplin innerhalb der professionellen Gebäudereinigung. Im Gegensatz zur optischen Reinigung, deren Ziel ein sauberes Erscheinungsbild ist, liegt der absolute Fokus der Hygienereinigung auf der mikrobiologischen Ebene. Das primäre Ziel ist die gezielte Reduktion beziehungsweise vollständige Inaktivierung von pathogenen (krankmachenden) Mikroorganismen wie Bakterien, Viren und Pilzen.

Ein standardisiertes Hygienekonzept ist unverzichtbar in Bereichen, in denen ein extrem hohes Infektionsrisiko herrscht oder in denen immungeschwächte Personen verkehren. Während in einer klassischen Büroreinigung vorwiegend Schmutz und Staub entfernt werden, reicht diese Form der Unterhaltsreinigung in medizinischen Einrichtungen, lebensmittelverarbeitenden Betrieben, Pflegeheimen oder Laboren nicht aus. Hier gelten strenge gesetzliche Rahmenbedingungen (wie das Infektionsschutzgesetz, RKI-Richtlinien) und branchenspezifische Standards (z.B. HACCP-Konzepte). Ähnlich kritisch ist auch die Beseitigung von toxischen Stäuben, wie sie in einer speziellen Baureinigung vor der Freigabe von Reinräumen vorkommt.

Zu den wichtigsten Methoden und Prinzipien der Hygienereinigung zählen:

  • Einsatz gelisteter Desinfektionsmittel: Verwendung von Flächen- und Instrumentendesinfektionsmitteln, die durch den Verbund für Angewandte Hygiene (VAH) oder das Robert Koch-Institut (RKI) streng zertifiziert und geprüft sind.
  • Das 4-Farb-System: Strikte visuelle Trennung der Reinigungstücher, um gefährliche Kreuzkontaminationen (beispielsweise Keim-Übertragungen aus Toiletten auf Küchenarbeitsflächen) physisch auszuschließen.
  • Schwarz-Weiß-Trennung: Die räumliche und personelle Trennung in reine (weiße) und unreine (schwarze) Zonen, was vor allem in Arztpraxen oder Operationszentren essenziell ist.
  • Wischdesinfektion statt Sprühdesinfektion: Aus Gründen des Gesundheitsschutzes der Reinigungskräfte (Vermeidung von Aerosolen) und zur Sicherstellung einer vollständigen Oberflächenbenetzung.
  • Protokollierung: Die lückenlose, rechtssichere Dokumentation der durchgeführten Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen in Reinigungs- und Desinfektionsplänen.

Häufig gestellte Fragen

Nein. Während bei leichten Verschmutzungen oft Allzweckreiniger ausreichen, müssen für eine verifizierbare Hygienereinigung zwingend viruzide, fungizide oder bakterizide Desinfektionsmittel verwendet werden. Diese müssen zudem VAH-gelistet sein. Auch die genaue Einwirkzeit und Dosierung, die der Hersteller vorgibt, müssen vom Fachpersonal minutiös eingehalten werden.

Die klassische Reinigung entfernt primär den sichtbaren Schmutz und organische Rückstände; sie ist die zwingende Voraussetzung für eine anschließende Desinfektion. Die Desinfektion hingegen zielt darauf ab, die Anzahl der verbliebenen, unsichtbaren Keime auf der gesäuberten Oberfläche auf ein Maß zu reduzieren, sodass von ihr keine Infektionsgefahr mehr ausgehen kann.